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Stand: 25.2.2015

Krisenintervention

Kreisverband Landsberg am Lech

Trauer

In allen großen Religionen gilt der Tod als eine Art Übergang in eine andere, nichtsstoffliche Daseinsform. 40 % aller Menschen in Europa glauben an ein Weiterleben nach dem Tod. Für viele verliert der Tod dadurch seine Schwere und ist ein Stück Hoffnung. Trauernde fragen nach dem Woher und Wohin. Doch kein Mensch weiß wirklich, was nach dem Tod geschieht.

Mit einem würdigen Begräbnis können wir dem Verstorbenen einen letzten Liebesdienst erweisen. Hierzu gehören auch Rituale. Auf der Seite Trauerrituale werden wir Rituale für Sie sammeln. Wir würden uns über Ihre Einsendungen zu diesem Thema freuen. Mail: Info@kid-landsberg.de

Kulturelle Unterschiede

Wohl fast jeder von uns hat im Bekanntenkreis Menschen anderer Religionen. Um mitfühlend mit Trauernden anderer Religionen umgehen zu können, ist es wichtig die Unterschiede in Bezug auf Sterben, Tod und Trauer zu kennen.

Buddhismus

Im Buddhismus gibt es keinen Gott. Jeder ist für sein Leben verantwortlich. Jeder Buddhist strebt danach sein Karma positiv anzureichern. Der Wunsch ist es irgendwann ins Nirwana zu kommen und den Kreislauf der Wiedergeburten zu beenden. Der menschliche Körper zerfällt mit dem Tod in die Grundelemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Das Bewusstsein erhält mit dem Tod eine neue Chance. Hat der Mensch das Nirwana noch nicht erreicht wird er innerhalb von 49 Tagen wiedergeboren.

Sterbebegleitung gilt als eine den Geburtskreislauf verkürzende gute Tat. Im Augenblick des Todes spricht ein religiöser Meister oder ein anderer Buddhist meditative Texte ins Ohr. Weinen und klagen ist zu unterlassen, da es den Sterbenden in seiner Hülle festhält. Nach den letzten drei Atemzügen gilt der Sterbende als tot. Da sein Bewusstsein jetzt noch wach ist, darf er 30 Minuten nicht berührt werden. Gebete begleiten ihn ins Nirwana oder die Wiedergeburt.

Im Buddhismus gilt der Leichnam als unbewohnter Ort. Dennoch wird er mit Respekt bestattet, verbrannt oder als Himmelsspeise den Geiern übergeben. Friedhöfe und Gräberkult kennt der Buddhismus nicht. Trauer darf eine halbe Stunde bis drei Tage nach dem Tod gezeigt werden.

Hinduismus

Manche sagen der Hinduismus sei keine Religion, sondern eine Sammlung von tausendjährigen Traditionen. Zum Hinduismus kann man nicht konvertieren, man wird als Hindu geboren. Etwa 90 Prozent der Hinuds leben in Indien. Jeder Hindu wählt sich je nach Familien- und Kastenzugehörigkeit seinen Gott auf Lebenszeit.

Hindus leben eine vorherbestimmte Aufgabe und werden an deren Erfüllung gemessen. Auch hier entscheidet das Karma, gute und böse Taten des bisherigen Lebens, über die Wiedergeburten. Mit dem Tod löst sich der Körper in Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum auf und kehrt zum Ursprung zurück.

Der Sterbende sollte immer von seiner Familie in den Tod begleitet werden. Der Brahmane (Geistlicher) rezitiert dabei Verse.

Der Tod ist eingetreten, wenn der Mensch nicht mehr atmet und der Körper erkaltet. Anschließend werden Mantras gesungen und Gebete gesprochen. Der Tote wird gewaschen und die Füsse in befeuchtete Tücher (Gangeswasser) gewickelt. Der Leichnam wird meist in rotgoldene Gewänder gekleidet. Damit die Seele nicht wegfliegt werden Leibesöffnungen mit Goldstücken bedeckt und der Körper mit einem schwarzen Stein beschwert. Bei den Hindus werden die Toten verbrannt.

Auch bei nahen Angehörigen werden Gefühle nicht öffentlich gezeigt. Gefühle habe nur Platz innerhalb der familiären vier Wände.

Islam

Der Islam ist mit 1,2 Milliarden die zweitgrößte Religion der Welt. Muslime leben in der Hingabe (arab. islam) an den einen allwissenden und barmherzigen Gott. Für Sie ist er der Schöpfer von Universum und Erde. Es gibt die fünf Säulen des Islam: der Glaube an Gott, das Pflichtgebet, der Ramadan, die Almosenspende und die Wallfahrt nach Mekka. Das Leben wird als »Bewährungsprobe« für das Jenseits verstanden.

Geburt, Leben und Tod gelten als Stationen auf dem Weg zu Gott. Der Tod hat nichts bedrückendes, da er in den Schutz Gottes gelangt. Ein blutiger Tod gilt als Eingriff in die Ordnung Gottes. Oft wird der Friede des Toten durch Blutrache gesühnt.

In der Trauerzeit waschen und kämmen sich die Muslime nicht. Sie wechseln nicht die Kleider und fasten. Spiegel werden zugehängt. Mahlzeiten werden ins Trauerhaus gebracht. Kinder nehmen an fast allen Riten teil. Beileidsbesuche sind eher nicht üblich. Es wird 40 Tage lang getrauert. Am Ende der Trauerzeit wird das Grab besucht, um die erneute Integration ins Leben gefeiert.

Ein Schwangerschaftabbruch ist nur aus medizinischen Gründen erlaubt. Das Kind gilt dann als Totgeburt. Bei Suizid sind Gebete und eine ordentliche Bestattung veboten. Sie werden wie Tot- oder Fehlgeburten ohne Zeremonie beigesetzt.

Der Islam lehnt die Obduktion ab, da der Körper als Wohnung der Seele verstümmelt wird. Nur im Fall eines Verbrechens, steht das Recht der Gemeinschaft über dem des Einzelnen steht.

Judentum

Das Judentum umfaßt ca. 14,5 Millionen Gläubige. Das religöse Leben wird durch die Thora geregelt. Die Juden warten auf den Messias, der ihnen dereinst den Frieden bringen soll.

Das jüdische Leben ist deutlich diesseitig ausgerichtet. Es gibt aber auch eine Verbundenheit zwischen Leben und Tod. Zu ihren Traditionen gehören kein Gräberkult und auch keine üppigen Begräbnisse.

Der Sterbende wird traditionell bis zum Eintreten des Todes begleitet. Im Augenblick des Todes wird gebetet. Anschließend wird der Tote durch die Beerdigungsbruderschaft für die Bestattung vorbereitet. Das Totenhemd aus weißem Leinen erhält der Mann von seiner Braut zur Hochzeit.

Innerhalb von drei Tagen wird der Tote erdbestattet. Der Rabbiner bestreut den Sarg drei Mal mit Erde. Diese sollte möglichst aus Israel stammen.

Die Trauerzeit beginnt erst nach der Beerdigung. Die ersten sieben Tage dienen dem Weinen und Klagen und einem abendlichen Gottesdienst im Trauerhaus. Eine Woche ziehen sich die Trauernden zurück. Nach dem dritten Tag wird schweigender Kondolenzbesuch empfangen.

Nach einer unmittelbaren Todesnachricht reißt sich ein Angehöriger als Zeichen des Schmerzes die Oberbekleidung entzwei. Für Angehörige gibt es verschiedene Gebote für Körperpflege, Arbeit und Essen, die befolgt werden müssen. Weitere 30 Tage geben Raum für die eigentliche Trauer.

Ein Schwangerschaftabbruch ist nur aus medizinischen Gründen erlaubt bzw. ist nur in den ersten 40 Tagen zulässig. Ein Suizid ist verboten und gilt als verwerflich.

Obduktionen werden grundsätzlich abgelehnt. Ausnahme zur Feststellung von Erbkrankheiten oder der Aufklärung eines Verbrechens.

 

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