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Stand: 25.2.2015

Krisenintervention

Kreisverband Landsberg am Lech

Was Sie über Traum wissen sollten

Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die  psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht verarbeitet werden kann.

Ähnliche Ereignisse werden von verschiedenen Personen unterschiedlich verarbeitet. Unmittelbar nach einem extremen Erfahrung zeigen fast alle betroffenen Personen Stresssymptome. Nicht alle leiden jedoch langfristig unter psychischen Belastungen. Ob sich die erlebte Erfahrung zu einer traumabedingten Störung entwickelt hängt von den inneren und äußeren Prozessen ab, die im nach hinein wirken.

Beispiele für Erlebnisse, die Traumata auslösen können, sind Verkehrsunfälle, Krieg, Mord, Folter, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlung, Gewalt, Katastrophen oder Krankheiten. Auch emotionale Vernachlässigung und Verwahrlosung können zu einer Traumatisierung führen. Mitunter kann die bloße Zeugenschaft eines solchen Ereignisses auf die beobachtende Person traumatisierend wirken.

Hier kann unsere Arbeit ein wertvoller Beitrag zu Verhinderung eines Traumas leisten.

Wer später folgende Symptome entwickelt sollte sich weitere professionelle Hilfe holen.

Akute Traumata durch

  • Verlust von Angehörigen (Eltern, Geschwister), Freunden und Freundinnen, Mitschülern/Mitschülerinnen, Lehrer/innen (Unfälle, Suizid)
  • Schwere Gewaltdelikte (Geiselnahme, Mord, Amoklauf)
  • »Gerade noch dem Tod entronnen«
  • Große Anzahl von Verunglückten

Potentiell traumatische Ereignisse sind z.B.:

  • Ereignisse und Erlebnisse, die weit außerhalb der gewöhnlichen menschlichen Erfahrungen liegen und für jede Person stark belastend sind
  • Erleben von schweren Verkehrsunfällen und Anwesenheit als Zeuge/Zeugin
  • Schwere körperliche Erkrankung
  • Plötzliche Zerstörung oder unerwarteter Verlust des Zuhauses oder der Lebensgemeinschaft
  • Erleben von Verbrechen mit tatsächlicher oder angenommener Gefahr für das eigene Leben oder die eigene körperliche Integrität (Unversehrtheit)
  • Erleben von extremen Formen von Gewalt innerhalb eines Bezugsrahmens, in dem Schutz, Betreuung und Geborgenheit erwartet werden (z.B. sexueller Missbrauch, erfahrene Misshandlung)

Situative Krisen:

  • Suizidandrohung
  • Andere, nicht bewältigbar erscheinende Situationen (Vergewaltigung, lebensgefährliche Erkrankung, pubertäre Krisen)
  • Nicht bewältigbar erscheinende Situationen wie Schulprobleme, Probleme in der Familie, Überforderung in der Schule, Überbewertung von schlechten Schulnoten, generelles Scheitern, Liebeskummer

Informationen zum Thema Traumatisierung

Bei Personen, die Zeuge eines schrecklichen Ereignisses waren oder selbst als Opfer davon betroffen waren ist der Organismus vorübergehend aus der Balance geworfen worden. Dies drückt sich darin aus, dass die betroffenen Personen bei sich selbst ungewohnte Wahrnehmungen und Empfindungen bemerken, die sie verwirren oder ängstigen. Diese Reaktionen des Organismus sind jedoch als eine Maßnahme des Selbstschutzes und der Selbstheilung zu verstehen. In den meisten Fällen bilden sich diese Reaktionen von selbst zurück.

Wichtiger Grundsatz:

Die ungewohnten und auch ungewollten körperlichen, seelischen und gedanklichen Empfindungen sind eine normale Reaktion des Organismus.

Typische Stress-/Panik-/Krisen-Reaktionen von Erwachsenen (Schwerpunkte)

Gefühle: Traurigkeit, Ärger, Schuld, Vorwürfe, Angst, Verlassenheit, Müdigkeit, Hilflosigkeit, Schock, Jammern, Emanzipation, Erleichterung, Taubheit, Leere, Hoffnungslosigkeit, Deprivation, Demütigung

Kognition: Ungläubigkeit, Verwirrung, Vorurteile, Konzentration, Halluzinationen

Physisch: Übelkeit, Enge in Kehle und Brust, Übersensibilität bei Lärm, Depersonalisation, Atemlosigkeit, Muskelschwäche, Mangel an Energie, trockener Mund

Verhalten: Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Geistesabwesenheit, sozialer Rückzug, Träume über das Ereignis, Vermeidung von Nähe zu Tatort oder ähnlichen Situationen, Seufzen, Aktivismus, Weinen, Hüten von »Schätzen«

Mögliche Symptome bei Kindern

Alter 1 – 5
Daumenlutschen, Bettnässen, Dunkelangst, Angst vor Tieren, Klammern, Nachtangst, Verlust der Darm- und/ oder Blasenkontrolle, Verstopfung, Stottern/Stammeln, Appetitlosigkeit oder Heißhunger

Alter 5 – 11
Irritiert sein, Jammern, Klammern, Aggressivität, Geschwisterrivalität, Alpträume, Dunkelangst, Schulangst, sozialer Rückzug von Gleichaltrigen, Interesselosigkeit, Konzentrationsmangel

Alter 11 – 14
Schlafstörungen, Essstörungen, Rebellion daheim, Mangel an Interesse an Aktivitäten Gleichaltriger, Schulprobleme (z.B. Schlägern, Rückzug, Interesselosigkeit, Mittelpunktsstreben), physische Probleme (z.B. Kopfweh, undefinierbare Schmerzen, Hautprobleme, Verdauungsprobleme, sonstige psychosomatische Beschwerden)

Alter 14 – 18
Psychosomatische Beschwerden, Störungen des Appetits und des Schlafes, hypochondrische Reaktionen, Durchfall, Verstopfung, Störungen der Menstruation, Steigerung oder Senkung des Energielevels, Interesselosigkeit am anderen Geschlecht, Abnahme von Durchsetzungskämpfen mit Eltern, Konzentrationsmangel

Die häufigsten Krisenreaktionen von Kindern nach Mordfällen sind:

Sorge, dass Ermordete litten, Horror vor Nacherleben von Ermordungsszenen in der Phantasie, ständiges Bedürfnis die Geschichte wieder und wieder zu erzählen oder nachzuspielen,

Wunsch nach Rache, Sehnsucht, dem Toten zu folgen, Zweifel am Glauben an einen guten Gott, Wunsch, das eigene Begräbnis zu planen (Achtung: ein deutliches Warnsignal für suizidale Tendenzen), Todesangst, Angst, Bezugspersonen zu verlieren, Furcht alleingelassen zu werden, Schulphobie, Alpträume, Regression, Konzentrationsmangel, Aggressivität.

Kennzeichen des Post-Traumatic-Stress-Disorder (PTSD):

Solche Reaktionen können Wochen, Monate und sogar Jahre später auftauchen.

Voraussetzung ist, dass die Kinder Zeuge von Situationen wurden, in denen das Leben von Menschen bedroht oder tatsächlich geschädigt wurde und sie deutliche Panikreaktionen zeigten.

PTSD-Symptome sind:

  • Erneutes Erleben des Traumas im Spiel, im Traum oder in Flashbacks
  • Vermeidung von Erinnerungen an das Trauma
  • Erhöhte Erregungssymptome

Besondere PTSD-Gefahr besteht dann, wenn

  • Mit dem Stress der Auslösesituation ineffektiv umgegangen wurde
  • Ungenügende soziale Unterstützung vorhanden war
  • Andere Stresssituationen folgten

Hinweise für die Überweisung an Traumatherapeuten und sonstiges Fachpersonal sind

  • Ein Kind, das eine traumatisierende Situation erlebte, die bei fast jedem PTSD auslösen würde
  • PTSD-Verhalten, welches das Kind oder andere schädigt
  • Suizidgefahr, ständiges Sprechen über den Tod
  • Realitätsverlust
  • Verlust der Alltagsroutine und altersgemäßer Aktivitäten
  • Kinder depressiver Eltern
  • Solche Symptome können auch später auftreten und eine Überweisung nahe legen.

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